Weltgebetstag
Meditationsbild
Gedanken zum Meditationsbild
Das Meditationsbild aus Papua-Neuguinea setzt das Motto des Weltgebetstags – „Viele sind wir, doch eins in Christus“ – auf ganz eigene Art um: Es verbindet die vertraute christliche Kreuz-Symbolik mit der reichen Bildersprache der neuguineischen Kultur.
Vielfältige Formen, Symbole, Bilder und Farben vereint in der Form eines Kreuzes,
so hat die neuguineische Künstlerin Jane Wena das Thema des Weltgebetstags aus
Papua-Neuguinea umgesetzt: „Viele sind wir, doch eins in Christus“.
Im Haupt des Kreuzes trägt eine Mutter ihr Kind und über der Stirn zusammengeknotet auf dem Rücken ihr Bilum, die traditionelle Netztasche, in der sich Gemüse, Süßkartoffeln oder Feuerholz befinden mögen: Ausdruck für das, was zum Leben notwendig ist. Mit dem abgelegten Bilum am unteren Ende des Kreuzes vertrauen wir uns und unser Leben, unsere Gaben und unsere schweren Lasten Gott an. Im Bilum werden auch Säuglinge getragen. In einigen Sprachen Papua-Neuguineas bedeutet Bilum „Gebärmutter“. Weitere Symbole deuten die göttliche Fruchtbarkeit an: der Fisch und die Kokospalme, der Lebensbaum des pazifischen Raums, der die Menschen mit Nahrung, mit Bau- und Brennmaterial versorgt. Die Kundu-Trommel daneben steht für Kommunikation, für die Freude am Leben, die sich in der Feier und der Musik ausdrückt.
Im Zentrum des Kreuzes breitet ein Paradiesvogel seine Flügel aus. Er versinnbildlicht die Einheit der Nation und die Schönheit des Landes. Unter ihm sehen wir – wie eine liegende Mondsichel – eine große Kina-Muschel. Diesen begehrten Wert- und Tauschgegenstand tragen Frauen und Männer bei festlichen Anlässen als Brustschmuck. Die Muschel gab der Währung Papua-Neuguineas ihren Namen, da sie
früher auch als Zahlungsmittel benutzt wurde. Unter der Muschel ist ein Armreif abgebildet, der wie die Kina-Muschel von Generation zu Generation weitergegeben wird. In den Armen des Kreuzes sehen wir Gesichter. Die Muster und Farben, die bei großen Festen mit rituellem Gabentausch aufgetragen werden, haben eine besondere Bedeutung. Sie sind Botschaften: Woher du kommst und in welcher Absicht – ich kann
es an deinem Gesicht ablesen! Rot symbolisiert Lebensfreude, Gelb Zugänglichkeit.
Zwischen den Gesichtern erkennen wir ein Boot und einen Tontopf. Jedes Jahr am 16.September, dem Unabhängigkeitstag, wird in Port Moresby ein Festival gefeiert, um an die Fahrten der Männer der Motu- und Erema-Volksstämme zu erinnern: Früher machten sie sich in Zeiten der Trockenheit mit ihren Booten auf den Weg, um Tonkrüge gegen Sagomehl zu tauschen. Der Handel dauerte nur ein paar Tage, aber es wurden Feste gefeiert und Freundschaften erneuert. Diese reiche Symbolsprache aus Papua-Neuguinea macht uns deutlich, wozu uns Gott berufen hat: einander großzügig aufzunehmen, unsere Gaben miteinander zu teilen und gemeinsam zu feiern: als Menschen, die vielfältig sind – mit je eigener Identität und Geschichte – und doch „in Christus vereint“. So können wir andere Menschen dafür gewinnen, der Zerrissenheit unserer Welt durch informiertes Beten und betendes Handeln zu begegnen.
Fast ein SingSing
Dieser Gottesdienst am 6. März steht im Zeichen von Neu-Guinea und seinen Frauen. Sie tragen in dieser Region die Hauptlast: Sie sorgen für die Kinder, für die Schweinezucht und den Ackerbau. Haupt-Last: Sie schleppen buchstäblich mit dem Haupt ihre Lasten. Im "Bilum", einem Tragetuch, transportieren sie Lebensmittel und Kinder. Dabei halten sie das Tuch mit der Stirn.
Das Vorbereitungsteam
erzählt vom Leben der Frauen und lässt sie selbst in Zitaten zu Wort kommen.
Das Inselreich in der Nähe Australiens birgt 800 Kulturen mit ebenso vielen Sprachen. Sprechen Sie Wantok? Bestimmt: Der Name ist eine volkstümliche Bildung aus "One Talk": Eine Sprache.
Wenn Sie bisher glaubten, SingSing sei ein amerikanisches Zuchthaus, dürfen Sie umlernen. Tanzfeste werden so genannt.
Hölzer stehen im Altarraum: Symbole für die kleinen Gärten, die die Frauen aus Papua-Neuguinea anlegen, um ihre Familien zu ernähren. Ein Kreuz ist umwunden mit einem Bilum. Eine Schubkarre birgt Gemüse
und sammelt dann Symbolfrüchte, die den Gaben des Vorbereitungsteam entsprechen.
Inselklänge und heimische Harmonien: Die Weltgebetstagsgemeinde vereint sich zu beidem unter der stimmigen Klavierbegleitung von Astrid Antensteiner. Beim "Halt uns zusammen, Gott" wurde dies auch körperlich erfahrbar im Einhaken der Gottesdienstbesucher.
Ermutigend und kämpferisch ist die Predigt von Pfarrerin Gabriele Kräuter über
Apg 4, 32 - 35:
32 Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam.
33 Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen.
34 Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös
35 und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.(Quelle)
"Und wir Christen und Christinnen werden ein Herz und eine Seele; auch nicht eine von uns wird von ihren Gütern sagen: Das ist nur meins, sondern wir werden alles gmeinsam haben und nicht neidisch auf das schauen, was andere haben, weil Gott uns durch seine Liebe frei macht zu geben." So überträgt sie den Bericht über die Urchristen in unsere Zukunft, nicht ohne Möglichkeiten zu zeigen, wie aus der Utopie Praxis werden kann: "Wenn Geld wirklich Macht bedeutet, dann können wir mit unerem Geldausgeben die Welt beeinflussen und auch mit unserem Sparen."
Eindringlich fragt sie sich selbst und die Gemeinde:
"Was bestimmt mein Leben?
Haben müssen oder geben können?
Meines oder deines?
Verteidigen oder verschenken?
Raffen oder großzügig sein?"
Gabriele Kräuter verweist begeistert auf das Buch "Weltbeben" von Wolfgang Kessler, der beim Weltladengeburtstag seine Gedanken vortrug. [Predigttext als Word-Doc] [32 KB]
Gelegenheit zur Umsetzung gibt es beim Kollektengang, der eine ansehnliche Summe erbrachte
. (Die genaue Summe: 729,50 €! Für 10 Euro kann man Saatgut für den Jahresbedarf einer Familie kaufen.) 213 Projekte weltweit werden dieses Jahr gefördert - von uns insbesondere in Papua-Neuguinea, wo Frauen Gelegenheit zur Ausbildung bekommen sollen. Damit sie nicht nur zu tragen, sonder auch etwas zu sagen haben.
Außer dem Berichterstatter war nur ein einziges männliches Wesen in der Kirche
. Und dieses Wesen war auf der Suche nach Keksen. Spätestens beim anschließenden Kaffeetrinken im Gemeindezentrum sollte er zum Ziel gekommen sein, wünscht
MM
Diaserie zum Weltgebetstag 09
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Das Textheft mit Informationen zu den Dias finden Sie hier als PDF zum Download [810 KB] .


